Kennst Du alle Details

Kennst Du alle Details

 

 

Hallo Schönheit,

 

wir alle arbeiten jeden Tag. Sei es beruflich, familiär, am Haushalt oder an unserer Persönlichkeit. Wir machen dabei so viele kleine Schritte vorwärts und manchmal auch Schritte rückwärts. All diese Schritte sind wichtig – auch die Schritte zurück. Sie helfen uns zu lernen, sei es etwas über unsere Gewohnheiten oder wie wir näher an unsere Wünsche kommen. Da diese Schritte jedoch sooooo klein sind, glauben wir, dass diese nicht wichtig sind. Doch das ist ein Trugschluss. Jeder Schritt ist wichtig und kostbar, denn er bringt uns im Leben voran – wohin auch immer das Leben uns schicken möchte. Jeder Schritt zählt.

 

Oder wie sollte sonst ein Marathonläufer ins Ziel kommen? Er macht viele und nochmals viele Schritte. Und damit meine ich nicht nur die Schritte beim eigentlichen Wettkampf, sondern auch die Schritte, die im Vorfeld passiert sind: sich zu entscheiden mit dem Laufen anzufangen, sich einen Trainingsplan zu erstellen, Kleidung zu besorgen, die nicht auf dem Körper scheuert, Schuhe ausprobieren, bis die Richtigen gefunden sind und so weiter. All diese Schritte sind wichtig. Jedoch liegt unser Blick oft nur auf dem Ziel, also wenn der Läufer über die Ziellinie läuft. Dabei ist dies nur der allerletzte Schritt dieser besonderen Reise.

 

Daher sei bitte stolz auf Dich und auf all die kleinen Schritte, die vielleicht von außen so klein aussehen oder angeblich zu nichts führen. Rückblickend haben jedoch oft genau diese Schritte Dich näher zu Deinen Wünschen gebracht- näher als all die angeblich richtigen Schritte. Denn durch die Schritte abseits des regulären Weges konnten wir viel mehr über uns und unseren Weg erfahren. Ich weiß, das klingt etwas absurd, aber so ist es doch uns allen schon ergangen.

 

Der Job, der nur zur Überbrückung angenommen wurde, entpuppte sich als ein Herzensprojekt. Die Nachbarin, die am Anfang so grummelig war, ist nun die Lieblingsnachbarin. Und der lange Arbeitsweg, der am Anfang nur widerwillig in Kauf genommen wurde, ist nun die beste Pause zwischen Arbeit und Zuhause.

 

Daher sei auf all Deine kleinen Schritte stolz und freue Dich über all die Erfahrungen, die Du dadurch machen konntest. Wende mal für einen kurzen Moment den Blick weg vom großen Ziel, für das Dich andere bejubeln werden (oder auch nicht). Schau Dir mal die vielen Schritte an, die Du gegangen bist.

 

Einfach nur für einen kurzen Moment…

 

Siehst Du, was ich meine? Das Ziel ist nur ein Wegweiser, eine Art Kompass. Der Weg zum Ziel bringt uns das Wissen und die Erfahrung. Das Ziel ist dann nur eine kleine Momentaufnahme.

 

Wenn das Ziel nur ein Schritt von vielen ist, warum sind sie uns so wichtig?

 

Weil es uns so beigebracht wurde. Ziele können gemessen werden und dadurch können wir verschiedene Menschen miteinander vergleichen. Wie sonst könnte man in der Schule Noten geben oder auf Arbeit die Gehaltshöhe bemessen.

 

Da wir täglich mit diesen Messungen und Vergleichen umgeben sind (bewusst und unbewusst), glauben wir, dass nur die Ziele wichtig sind. Somit vergleichen wir und vermessen uns regelmäßig und verlieren den Blick für den Weg und all unsere Schritte.

 

Wir wenden dieses Vergleich-Vermessen-System auch auf unsere Ernährung an. Wir schauen nur auf die Mahlzeiten, die wir oder die andere essen. Schauen, was gerade trendy ist und versuchen damit unser Essverhalten zu optimieren. Dabei verlieren wir den Blick auf unseren Körper und unsere Bedürfnisse. Wir fangen an uns zu hassen, weil wir es einfach nicht hinbekommen so toll wie Person A, B oder C zu essen. Wir belegen uns lieber mit bösen Worten, als mal genauer hinzuschauen, was uns den gut tut und warum wir diese so verhasste Essgewohnheit überhaupt haben.

 

Ist Dir bewusst, dass Essgewohnheiten aus ganz bestimmten Gründen in unserem Leben sind? Ist Dir auch bewusst, dass sie sehr viel über Dich und Deine Bedürfnisse sagen?

 

Statt sie mit Wut abzulehnen, kannst Du lernen sie aus verschiedensten Blickwinkeln zu betrachten und dadurch von ihr zu lernen. All die kleinen Details einer Essgewohnheit zeigen Dir, was Du brauchst.

 

Der Vergleich mit anderen hinkt so sehr, denn Du betrachtest nur einen einzigen Aspekt der Ernährung – das gezeigte Essen. Du siehst nicht, was die Person allein Zuhause isst. Du siehst nicht, was ihr Körper für Nährstoffe braucht. Du siehst nicht den Alltag von der Person. Du siehst nicht ihre Gewohnheiten. Du siehst nicht den Nährstoffbedarf des Körpers. Du siehst nicht welches Mundgefühl für die Person wichtig ist… Du siehst so viele Details nicht, weder von der anderen Person, noch von Dir und trotzdem vergleichst Du einen einzigen Aspekt des Essverhaltens und wirst gemein zu Dir, wenn Du dieses Essverhalten nicht auch machst…

 

Das ist Dir gegenüber ziemlich unfair.

 

Du hast ein Recht darauf so zu essen, dass Du und Dein Körper zufrieden sind. Egal was andere sagen und was andere machen oder essen.

 

Vielleicht ist diese eine Essgewohnheit von Dir ja genau das, was Du brauchst? (Ähnlich wie bei der zuvor erwähnten Nachbarin, die zuerst grummelig erschien, aber beim näheren Kennenlernen zur Lieblingsnachbarin wurde). Vielleicht brauchst Du nur ein paar Kleinigkeiten zu verändern, damit es sich endlich für Dich stimmig anfühlt. Vielleicht…

 

Das findest Du jedoch nicht heraus, in dem Du andere Essverhalten kopierst, sondern, indem Du Dich mit Deinem Essverhalten, Deinen Bedürfnissen und Deinen Wünschen Schritt für Schritt auseinander setzt. Erst dann kannst Du diese eine Essgewohnheit akzeptieren, verändern oder verlassen. Nur dann.

 

Denn erst, wenn Du dies weist, kannst Du die für Dich passenden Gewohnheiten in Dein Leben holen.

 

Falls Du dabei Unterstützung brauchst, dann ist der Selbstlernkurs „fruchtig & grün“ etwas für Dich oder Du wirst Teil des neuen Jahresgruppenkurses.

 

Egal für was Du Dich entscheidest, mir ist es wichtig, dass Du glücklich mit Deiner für Dich passenden Ernährung wirst bzw. bist. Daher vergleich Dich bitte nicht ständig mit anderen und schau auf Deine ganz speziellen Bedürfnisse.

 

Fühl Dich herzlich von mir umarmt.

Bea

 

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